Meine Geschichte

Mein Name ist Severin und ich bin 16 Jahre alt. Eigentlich hatte ich einen coolen Plan: ich wollte nach China reisen, ins Ursprungsland meines Hobbys Kung Fu, doch leider kamen viele unvorhersehbare Dinge dazwischen. Am besten beginne ich am Anfang, beim Unterricht in der Schule.

Wir hatten ein Fach, welches sich Berufsorientierung nennt. Jeder Schüler sollte sich über seinen Berufswunsch informieren. Ich wusste eigentlich schon, in welche Richtung ich gehen würde, doch einmal war es mir so richtig langweilig im Unterricht und ich googelte sinnlose Sachen. Ein Suchbegriff war jedoch genau der richtige und es machte klick bei mir. Ich fand eine Kung Fu-Schule in China und dachte sofort: das ist es! Ich erzählte meinen Eltern davon und sie unterstützten mich von Anfang an. Meine Klassenlehrerin nahm mich nicht ernst, als ich ihr davon berichtete, ganz allgemein nahm mich in der Schule, fast nie jemand wirklich ernst, aber das ist ein anderes Kapitel. 

Um mir diesen Wunsch erfüllen zu können hiess es sparen, sparen und nochmals sparen, was  ich in den folgenden 2 Jahren auch wirklich durchzog. Aber ich musste mir trotzdem noch einen Plan B bereitlegen. Ich suchte als nach Lehrstellen und ich fand einen coolen Beruf welcher mich sehr interessierte, ich ging sogar den Beruf ein paar mal ausprobieren, der Beruf hiess Veranstaltungsfachmann also derjenige, welcher für die Bereitstellung der benötigten Utensilien hinter der Bühne und den ungestörten Ablauf des Events zuständig ist. 

Wieder zurück zu meinem Projekt. Es kam mein letztes Schuljahr, welches definitiv nicht mein Bestes war. Ich hatte viele Probleme mit den Lehrern und meine Noten wurden schlechter. Und immer wieder nervte mich meine Klassenlehrerin damit, dass ich mir eine Lehrstelle suchen soll. Aber irgendwie habe ich dieses Jahr überstanden mit einem normalen Notendurchschnitt und einem coolen Abgang bei der Zeugnisübergabe. Ich habe mich während diesem Jahr auch mit den Schülern der Parallelklasse verstanden, also ein fast perfekter Abschluss. 

Gehen wir nochmals kurz in den April 2019. Meine Familie und ich besuchten meinen Onkel/Götti in Taiwan, welcher dort mit seiner Familie wohnt. Ich versuchte immer noch einen Ferienjob zu bekommen, um Geld zu verdienen, fand leider bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen. Doch dann kam das Angebot meines Göttis, ich könnte für ihn arbeiten. Das war die perfekte Lösung! Ich war also endlich fertig mit der Schule und konnte meine Abreise nach Taiwan kaum erwarten. Ich verbrachte meine letzten Sommerferien vor meiner Abreise mit meiner Familie in der Schweiz..

Am 19. August begann dann mein grosses Abenteuer!. In Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan und in meinem Domizil für längere Zeit angekommen, begann ich auch schon zu arbeiten. Ich durfte mit meinem Götti Webseiten erstellen und an weiteren Projekten mitarbeiten. Das Grösste war jedoch, ein Kinderbuch bei Amazon zu veröffentlichen. Mein Aufgabengebiet war sehr vielseitig und reichte von Lösungen bis zu den Designs kontrollieren und zu notieren, was nicht gut war. Anschliessend durfte ich die Keywords für die Bücher heraussuchen und checken, ob sie gut sind usw. Dann bei einem anderen Projekt, welches ein Slackbot war, durfte ich mithelfen, die Website zu erstellen. Mir hat alles sehr viel Spass gemacht und ich konnte jede Menge lernen.

Im Oktober hatte ich meine erste Erfahrung mit Tauchen in Bali. Ich ging mit meinem Onkel 2 Tauchgänge machen. Was mir so gut gefiel, dass ich anfangs Dezember meine erst Tauch Prüfung machte, auf einer Insel namens Xiaoliuqiu. Die Zeit dort und vorallem unter Wasser machte richtig Spass.

Meine Zeit in Taiwan war schon fast zu Ende und ich benötigte noch das Visum, um nach China einreisen und bleiben zu können.  Mein Götti und ich flogen also nach Hongkong. Dort angekommen ging es auch schon los mit einer Reihe von Problemen! Bei der Behörde, welche die Visa ausstellt, herrschte ein Riesenandrang. Nach einer sehr, sehr langen Wartezeit und kurz vor Ablauf der eingeplanten Zeit fragte mich ein Mann, ob ich ein Super Speed beantragen will. Endlich konnte ich vorgehen. Beim ersten Check musste ich noch ein paar Sachen korrigieren, danach kamen wir beim Final Check an. Dort teilte man mir mit, dass sie meine Geburtsurkunde und die Pässe meiner Eltern brauchen. Als das alles erledigt war mussten wir bis zum nächsten Tag warten. Neuer Tag neues Glück, dachte ich zumindest…… Wir kamen an und mussten nicht zu lange warten. Beim ersten Check war alles gut, danach kam der zweite, auch alles ok. Danach teilte man mir allerdings mit, dass ich das Visum erst um 15.00 Uhr abholen könne, dies war jedoch genau die Zeit unseres Rückflugs und nirgends war vermerkt, dass man das Visum erst um 15 Uhr abholen kann. Ich musste also meinen Flug umbuchen. Am nächsten Tag erhielt ich endlich das dringend benötigte Visum. Mein Fazit: unglaublich umständlich, zeitraubend und man fühlt sich dem Goodwill der Angestellten ausgeliefert, welche zudem noch äusserst unfreundlich sind. Nicht mal ein Klo ist dort vorhanden!!

Als dies alles erledigt war, dachte ich, jetzt steht meiner Reise nach China und dem Schulantritt nichts mehr im Weg. Falsch gedacht, das Coronavirus hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Woche vor der Abreise nach China bekam ich Bescheid von der Schule, dass ich anreisen könne, einen Tag vor dem Abflug – ich hatte alles gepackt und war bereit zum Abschied nehmen von meinem Götti, seiner  Familie und Taiwan –  rief mich die Schule an und sagte, leider sei eine  Einreise erst im März wieder  möglich. Was sollte ich also bis dahin unternehmen, um mir die Zeit zu vertreiben? Kurz entschlossen flog ich daher auf die Philippinen und verbrachte dort 17 Tage. Ich ging Tauchen, traf richtig coole Menschen und habe mit einem gemieteten Scooter Ausflüge gemacht. In der Schweiz ist das Scooter fahren in meinem Alter nicht erlaubt. Die Zeit dort war einfach toll und erlebnisreich.

Wieder zurück in Taiwan erfuhr ich, dass mein Flug am 13.März nach China gecancelt worden war. Ich schrieb der Schule welche mir mitteilte, dass in nächster Zeit keine Einreise nach China und damit kein Schulaufenthalt möglich sei. Ich musste also schweren Herzens akzeptieren, dass dieses Projekt, auf das ich zwei Jahre gespart und hingefiebert habe, offiziell gestorben ist. 

Gezwungenermassen musste ich mir also einen Plan B überlegen. Ich dachte an einen Sprachaufenthalt in Kanada, aber bis dahin würde es noch eine ganze Weile dauern und was könnte ich in Taipeh noch machen? Arbeiten war nicht möglich, da die meisten Taiwanesen nicht englisch sprechen. Ich langweilte mich für eine lange Zeit bis ich mich entschied, durch Taiwan zu reisen. Diese Reise war extrem cool. Ich sah, wie unglaublich schön Taiwan eigentlich ist und schoss viele schöne Fotos. Das Fotografieren hat mir so viel Spass gemacht, dass ich mich für die restliche Zeit in Taiwan darauf konzentrieren werde. Ich kann nur noch bis Ende Mai hier bleiben und werde daraus ein Foto-Abenteuer werden lassen.